Kalahari Park
  Naturpark in der roten Kalahari
Nicht nur jeder Fotograf gerät ins Schwärmen: Der Gondwana Kalahari Park wird geprägt von einer malerischen Landschaft aus langgestreckten Dünen und Tälern, mit ihrem roten Sand, gelben Gras und grünen Akazien. In dem privaten Naturschutzgebiet erlebt man die schönsten Seiten der Kalahari.
 

  Gäste haben die Wahl zwischen der Kalahari Anib Lodge (mit Zimmern für Reisegruppen und etwas separat liegenden Bungalows für Einzelreisende) und exklusiven Campingplätzen (mit eigener Toilette, Dusche und Spüle). Mehrere Wanderwege führen durch den Park; außerdem werden Rundfahrten angeboten.  

  Diese Gegend der Kalahari erhält im Durchschnitt zwischen 200 und 300 mm Regen im Jahr - weit mehr also als normalerweise für eine Wüste üblich (weniger als 100 mm). Allerdings versickert das Wasser rasch im sandigen Boden, und was sich in Ton- oder Kalkpfannen sammelt, verdunstet in kurzer Zeit. Oberflächenwasser ist also rar.  

Das 100 km² große Gebiet des Gondwana Kalahari Parks ist Heimat typischer Tiere der Kalahari wie Springbock, Gemsbock, Schakal und Löffelhund sowie Strauß, Riesentrappe und vieler weiterer Vogelarten. Der Park umfasst zwei Vegetationstypen: Die Baum- und Strauchsavanne der Südlichen Kalahari (Gräser und Akazien) und das Karas Zwergstrauchland, das bereits der Nama Karoo zugerechnet wird. Er ist auch deshalb von Bedeutung, weil es in der südlichen Kalahari nur wenige Naturschutzgebiete gibt.

Wer sich für Geologie interessiert, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Das riesige Kalahari-Becken mit seinen gewaltigen Mengen an

 
  Sedimenten entstand nach dem Bruch des Ur-Kontinents Gondwana vor etwa 120 Mio. Jahren. Die Hunderte Kilometer langen und bis zu 30 m hohen Längsdünen allerdings bildeten sich erst vor 16.000 bis 20.000 Jahren. Im nahe gelegenen Ort Stampriet kann man übrigens sehen, dass die Kalahari reich an Grundwasser ist: Im Tal des Auob sprudelt es in mehreren artesischen Quellen zutage.  
  Wo Wasser ist, gibt es auch Menschen. Schon vor Jahrtausenden haben Jäger und Sammler die Gegend durchstreift. Etwa im 16. Jahrhundert siedelten hier Nama der 'Roten Nation'; der Ort Hoachanas galt als ihr Zentrum. Später kamen auch Gruppen der Orlam (mit den Nama verwandt) aus dem Süden. Ende des 19. Jahrhunderts hat Hendrik Witbooi, Kaptein (Führer) der Witbooi Nama, Land in dieser Gegend - darunter auch das Gebiet des heutigen Parks - an europäischstämmige Siedler verkauft.  
1937 erwarb der deutsche Fürst Friedrich Hermann zu Solms die fast 50.000 ha große Farm Dabib und ließ sie zunächst von einem Verwalter bewirtschaften. Nachdem er als Gegner Hitlers während des Zweiten Weltkrieges all seinen Besitz verlor, zog er 1948 mit seiner Familie nach Dabib. An seinem Lieblingsplatz am 'Solmschen Posten' wurde er begraben. Sein Sohn Friedrich Wilhelm verkaufte später Teile von Dabib, darunter auch ein 10.000 ha großes Stück namens Anib, das weiter zur Schafzucht und ab 1992 auch als Gästefarm genutzt wurde.
 
The grave of Friedrich Hermann of Solms-Baruth at 'Solmscher Posten' in the Gondwana Kalahari Park.
Im Dezember 2004 erwarb die Gondwana Desert Collection die Farm Anib und wandelte sie um zum Gondwana Kalahari Park: Die Schafzucht wurde eingestellt, die inneren Zäune demontiert und wildgerechte Wasserstellen eingerichtet, so dass sich die Tiere wieder frei bewegen können. Gäste des Parks sind auf den Rundfahrten nicht nur begeistert vom vielen Wild, sondern wundern sich auch stets über das Kreuz am 'Solmschen Posten'...

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