Kalahari ParkWüste
  Größte Sandfläche der Welt
Die Kalahari erstreckt sich vom Südosten Angolas aus über den Osten Namibias und den Westen Botswanas bis in den Norden Südafrikas. Mit einer Ausbreitung von etwa 1,6 Mio. km² gilt sie als größte zusammenhängende Sandfläche der Welt.
 

  Bei den unvorstellbaren Mengen an Sand handelt es sich um Verwitterungsschutt ferner Gebirge, die über Jahrmillionen von Flüssen heran getragen und abgelagert wurden. Vor 130 Mio. Jahren nämlich brach der südliche Ur-Kontinent Gondwana auseinander. Die südlichen Ränder das Bruchstückes Afrika hoben sich, so dass eine gewaltige Schüssel entstand. Sie besteht auch heute noch - in Form der Randstufe im Westen und der Drakensberge im Süden sowie des Kalahari Beckens im Inneren des Subkontinents.  

   

  Die etwa 15 m bis 30 m hohen Kalahari-Dünen bildeten sich vor etwa 20.000 Jahren, als auf der Nordhalbkugel der Erde eine Eiszeit herrschte und die Temperaturen weltweit im Schnitt 5 Grad niedriger waren als heute. Die Folge: Es verdunstete weniger Wasser, die Luft war trockener, weltweit breiteten sich die Wüsten aus. Die Dünenketten sind Hunderte Kilometer lang und verlaufen - beinahe wie mit dem Lineal gezogen - parallel zueinander von Nordwest nach Südost, wie auf der Satellitenaufnahme sehr deutlich zu erkennen ist. Die Täler nennt man übrigens "Straßen". Ausgerichtet haben sich diese so genannten Längsdünen entlang der Windrichtung. Vor etwa 5.000 Jahren wurde das Klima feuchter und ließ zu, dass sich eine Pflanzendecke bildete, die die Dünen fixierte. Seine rote Farbe erhält der Sand durch Eisenoxid (Rost), das die Körner umhüllt.  

 
Viele bezeichnen die Kalahari 'nur' als Halbwüste, weil der jährliche Niederschlag im Schnitt mehr als 100 mm beträgt. In der südlichen Kalahari werden in der Tat 150 mm bis 300 mm Regen im Jahr gemessen. Hohe Temperaturen bis zu 45 Grad in den Sommermonaten November bis Februar sorgen allerdings neben dem Sandboden dafür, dass es kaum Oberflächenwasser gibt; auch die Seen, die sich nach ergiebigen Regenfällen in den vielen flachen Pfannen in den Dünentälern bilden, trocknen rasch wieder aus. Die Menge der möglichen Verdunstung ist übers Jahr gesehen zwölfmal höher als die Menge des Niederschlags, so dass Experten durchaus von einer Wüste sprechen.
 
 

  In dieser Erkenntnis sind die Bewohner der Kalahari den Forschern übrigens bereits Jahrhunderte voraus gewesen: Der ursprüngliche Name Kgalagadi bedeutet in der Sprache der Tswana soviel wie 'immer trocken'. Neben den Tswana sind in den südlichen Gebieten der Kalahari die Völker der San (Buschleute) und Nama zu Hause.  

Unterschiedliche Landschaften, Böden und Regenmengen sind die Ursache dafür, dass die Kalahari in acht Vegetationstypen unterteilt werden kann. Im Süden gibt es vier Zonen. Akazien, Zwergsträucher und vor allem Gräser bestimmen das Bild; Sukkulenten findet man dagegen kaum. Um den Wasserverlust durch Verdunstung zu reduzieren, verlieren viele Pflanzen zu Beginn der heißen Monate (ab September) ihre Blätter.

- Überblick über die vier Wüstensysteme Namibias unter
- GDC/Wüsten und Parks/Hintergrund
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